Immuntherapien nutzen die körpereigene Immunantwort gegen Krebs. Was wirksam gegen Tumore ist, kann aber zugleich auch schwere Nebenwirkungen haben. Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) hat deshalb eine Patienten-Leitlinie herausgegeben, die anschaulich erklärt, wie diese Therapien wirken und welche Vorsichtsmaßnahmen man treffen kann.

Beschwerden rechtzeitig meldenIm Einleitungstext heißt es: „Diese Patienten-Leitlinie wurde bereitgestellt, um Ihnen sowie Ihren Angehörigen, Freunden, Pflegern und Betreuern zu helfen, Immuntherapie-bedingte Nebenwirkungen und ihr Management besser zu verstehen. Sie enthält Informationen über die häufigsten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit den modernen Immuntherapien (Checkpoint-Inhibitoren genannt) und darüber, wie Ihr onkologisches Behandlungsteam diese Symptome behandelt und welche Vorsichtsmaßnahmen Sie selbst treffen können, um Ihre Beschwerden so gering wie möglich zu halten.“
Mit 35 Seiten ist die Leitlinie kompakt und verständlich. Ein Glossar mit Fachbegriffen erleichtert das Verständnis. Eine der Aussagen: „Es ist sehr wichtig darauf hinzuweisen, dass Nebenwirkungen, die zu einer dauerhaften Absetzung der Checkpoint-Inhibitoren-Therapie führen, relativ selten sind. Erste Erkenntnisse legen außerdem nahe, dass eine Behandlung mit intravenösen Kortikosteroiden oder stärkeren Immunsuppressiva (bei schwereren Nebenwirkungen) keinen negativen Einfluss darauf hat, wie Ihre Krebserkrankung auf die Therapie mit ImmunCheckpoint-Inhibitoren anspricht. Ebenfalls gibt es Hinweise darauf, dass, selbst wenn Sie die Therapie mit einem Immun-Checkpoint-Inhibitor dauerhaft absetzen müssen, das Ansprechen Ihrer Krebserkrankung dadurch nicht beeinträchtigt wird .“

Wer ist ESMO?

Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) ist die führende Europäische Organisation der Medizinischen Onkologie. Sie gibt auch Experten- und Patienten-Leitlinien in verschiedenen Sprachen heraus. Im Oktober 2018 fand die Jahrestagung in München statt. Dieser Kongress ist mit mehr als 26.000 Besuchern einer der wichtigsten europäischen Kongresse für Krebsmedizin.
ESMO hat außerdem eine Patienten-Leitlinie in deutsch zum Thema „Survivorship“ herausgegeben: https://www.esmo.org/content/download/140393/2569652/file/ESMO-Patientenratgeber-Survivorship.pdf.
Weitere Patienten-Leitlinien der ESMO in anderen Sprachen finden Sie hier: https://www.esmo.org/Patients/Patient-Guides

Was ist Immuntherapie?

Im Gegensatz zu Krebstherapien, die das Wachstum und die Vermehrung von Tumorzellen direkt beeinträchtigen, wie Chemotherapie oder zielgerichtete Krebstherapie, nutzen immunonkologische Medikamente die körpereigene Immunantwort gegen Krebs. Sie steigern deren Fähigkeit, den Krebs anzugreifen und zu vernichten. Doch sie haben auch Nebenwirkungen. Die immunonkologischen Ansätze gliedern sich in zwei Hauptkategorien:

  • Passive Immuntherapie: Diese fördert und steigert die bestehende körpereigene Immunantwort; dazu zählen z. B. Checkpoint-Inhibitoren.
  • Aktive Immuntherapie: Bei dieser werden körpereigene Immunzellen trainiert, um Krebszellen zu erkennen, anzugreifen und zu vernichten; dazu zählen z. B. Impfstoffe gegen Krebs, sog. Tumorvakzine.

Anne Wispler

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Immuntherapien nutzen die körpereigene Immunantwort gegen Krebs. Was wirksam gegen Tumore ist, kann aber zugleich auch schwere Nebenwirkungen haben. Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) hat deshalb eine Patienten-Leitlinie herausgegeben, die anschaulich erklärt, wie diese Therapien wirken und welche Vorsichtsmaßnahmen man treffen kann. Im Einleitungstext heißt es: „Diese Patienten-Leitlinie...