Vom 9. bis 12. September 2026 wird Leipzig zum Treffpunkt der Hautkrebsmedizin. Auf dem ADO-Kongress präsentieren führende Expert:innen aktuelle Entwicklungen in Forschung, Diagnostik und Therapien. Unsere Selbsthilfegruppen sind natürlich auch vor Ort und diskutieren mit.

Im Fokus stehen Themen wie Immuntherapie, mRNA-basierte Krebsimpfung, KI-gestützt Diagnostik und innovative Zelltherapien. Darüber hinaus rückt mit Cancer Survivorship die Frage in den Blick: Wie gelingt ein gesundes Leben nach dem Krebs?

Über fünf Millionen Menschen in Deutschland haben Krebs überlebt. Aber nicht jeder Krebspatient ist danach komplett gesund. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 500.000 Menschen neu an Krebs. Wer fünf Jahre nach seiner Krebstherapie nicht wieder erkrankt, gilt häufig als „geheilt“, ist aber nicht automatisch auch gesund. „Durch die Krebsbehandlung können Nebenwirkungen auftreten, mit denen die Betroffenen langfristig konfrontiert sind“, erklärt Prof. Dr. med. Judith Gebauer. Sie ist Professorin für „Cancer Survivorship“ am Universitären Krebszentrum in Leipzig. Die Professur ist eine von nur vieren in ganz Deutschland. Ein flächendeckendes Nachsorgeprogramm fehlt bislang in Deutschland.

Dabei wird das Thema Langzeitnachsorge für ehemals krebserkrankte Menschen immer wichtiger. Es gibt immer mehr Menschen, die Krebs überleben. Viele von ihnen kämpfen mit Spätfolgen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hormonellen Erkrankungen, Nervenschäden oder auch psychischen Folgen wie Ängsten und Depressionen. „Sowohl bleibende Einschränkungen als auch neue Erkrankungen können langfristig die Gesundheit und Lebensqualität der Überlebenden relevant einschränken“, so die Professorin.

Auch bei Patient:innen mit Hautkrebs (Melanom) haben moderne Immuntherapien die Überlebenschancen deutlich verbessert. Trotzdem kämpfen viele Betroffene mit der Angst, dass der Krebs zurückkehrt. Welche langfristigen Folgen die Therapien haben können, ist noch nicht vollständig erforscht.

Anne Wispler vom Hautkrebs-Netzwerk Deutschland fordert: „Die Betroffenen brauchen eine strukturierte Hilfe im Rahmen von Cancer-Survivorship-Programmen, wo Patient:innen langfristig begleitet und betreut werden. Die Nachsorge mit Hautscreenings und der Kontrolle von Lymphknoten und anderen Parametern gehören ebenso dazu wie psychologische Unterstützung und Aufklärung über seltene gefährliche Nebenwirkungen.“

„Spezialisierte Cancer-Survivorship- beziehungsweise Langzeitnachsorgeprogramme ermöglichen eine frühzeitige Diagnose und Behandlung möglicher Langzeit- und Spätfolgen nach Krebs und bieten ein ganzheitliches sowie präventives Versorgungsangebot“, sagt Professorin Gebauer. Sie hat 2025 eine Spezialsprechstunde für ehemalige Krebspatient:innen am Universitätsklinikum Leipzig eingeführt. Dort werden sowohl medizinische als auch psychologische Aspekte berücksichtigt. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Cancer-Survivorship-Versorgung. Wie die Betreuung von Krebsüberlebenden in anderen Ländern aussieht, darüber spricht sie auf dem 36. Deutschen Hautkrebskongress vom 9. bis 12. September in Leipzig.

Unter dem Titel „Nebenwirkungsmanagement und Survivorship“ – Leben nach und mit einer Krebserkrankung wird das wichtige Thema auch beim öffentlichen Forum Hautkrebs diskutiert, an dem Erkrankte, Angehörige und alle Interessierten am Samstag, 12.09.2026,  14:00 – 16:30 Uhr am Rande des Kongresses in Leipzig kostenlos teilnehmen können.

Hintergrund:

Vier Personen am Infostand des Hautkrebs-Netzwerks Deutschland
Mit dem gemeinsamen Infostand auf dem Hautkrebskongress in Essen 2025.

Der Deutsche Hautkrebskongress ist die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) und der wichtigste deutschsprachige Fachkongress für Hautkrebs. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen in Forschung, Diagnostik und Therapie. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland.

Alle Informationen sowie das Tagungsprogramm unter: ado-kongress.de

Quelle: Pressemitteilung der ADO, awi