„Immunotherapy – State of the Art?“ hieß der Vortrag von Sanjiv Agarwala, M.D., USA auf dem ADO-Hautkrebskongress in Mainz. Neben der Diskussion von Behandlungsoptionen gab er auch Hoffnung für Patienten mit Hirnmetastasen. 

Es war einer der wichtigsten Vorträge beim 27. ADO-Hautkrebskongress in Mainz. Und Prof. Axel Hauschild, einer der führenden Melanomexperten Deutschlands hält ihn für einen der besten Vortragsredner Dr. Sanjiv Agarwala ist Chef der Onkologie und Hämatologie am St. Luke’s Cancer Center in Bethlehem, Pennsylvania in den USA.

Dr. Agarvala stellte in „Immunotherapy – State of the Art“ die Immuntherapie beim schwarzen Hautkrebs, dem Melanom vor und diskutierte Zwischenergebnisse von klinischen Studien mit zielgerichteten und Immuntherapien.  Als eines der ersten Immuntherapeutika kam der CTLA-4-Hemmer Ipilimumab auf den Markt. Erstmals konnten damit wirkliche Erfolge erzielt werden. Dann kamen die sogenannten Anti -D1-Substanzen auf den Markt, die im Vergleich noch besser abschneiden. Die Krankheit kann in vielen Fällen zumindest stabilisiert werden und die Mittel scheinen auch nach dem Absetzen ihre Wirkung nicht zu verlieren.

Mehr zur Immuntherapie können Sie z.B. in dieser ARD-Alpha-Sendung erfahren: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/planet-wissen-br/video-immuntherapie—scharfe-waffe-gegen-krebs-100.html

Biomarker zur Vorhersage

Je länger diese klinischen Studien nun schon laufen, um so ein differenzierteres Bild  der aktuellen Melanomtherapien ergibt sich. Da es aufgrund der relativen Seltenheit des Melanoms nicht so sehr viele Studienteilnehmer gibt, wird geschaut, welche zusätzlichen Hinweise auf bestimmte Erfolgsfaktoren sich hinter den kalten statistischen Zahlen verbergen.

Ein Beispiel, das die Forscher diskutieren, ist der sogenannte LDH-Spiegel (mehr dazu hier: https://www.grossesblutbild.de/ldh-wert.html) im Blut. Ein niedriger Wert dieses Markers zeigt sich als Vorteil, bei einem höheren LDH-Wert existiert ein höheres Risiko. Eine Schwäche der Vorhersage darüber, wie gut ein Patient reagiert, liegt darin, dass die Art, wie und wann diese Marker gemessen werden, anscheinend noch nicht einheitlich erfolgt.

Hoffnung bei Patienten mit Hirmetastasen

Auch für Patienten mit Hirnmetastasen gilt, dass die Krankheit mit den neuen Medikamenten zumindest eine Zeitlang gestoppt werden kann. Und vielleicht auch ganz? Es gibt die entsprechenden klinischen Studien noch nicht lange genug, um das sagen zu können. Denn leider wurden Patienten mit Hirnmetastasen bisher oft von Studien ausgeschlossen. Doch das ist jetzt zum Glück anders geworden und so ist vorsichtige Hoffnung angesagt.

Um die folgenden Aussagen und Grafiken zu verstehen, braucht man einige Vorkenntnisse. Am besten die Selbsthilfegruppe oder den Arzt fragen, was sich dahinter verbirgt.

Anne Wispler