Frühlingszeit – Spargelzeit. Kaum jemand denkt beim Genuss an die Bedingungen, unter denen Saisonarbeiter die begehrte Köstlichkeit ernten. Außenarbeiter sind durch UV-Strahlung einem erhöhten Hautkrebsrisiko ausgesetzt. Mit dem Beginn der Spargelernte hat die IG BAU ihre Aktionswochen 2019 gestartet. Mit Aufklärungsmaterial sowie Sonnencremeproben unterstützt die Gewerkschaft bereits seit Jahren die Feldarbeiter und macht die Betroffenen auf ihre Rechte aufmerksam.

„Während die Landwirtschaft immer moderner wird, spiegelt sich das in den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten noch längst nicht überall wider“, sagt Harald Schaum, stellvertretender Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Mit dieser Einschätzung bezieht er sich auf den ersten Bericht zur bundesweiten IG-Bau-Aktion „Saisonarbeit in der Landwirtschaft“.

Darin werden Rechercheergebnisse aus der Erntesaison 2018 dargestellt. Befragt und zugleich informiert wurden rund 1.300 saisonal Beschäftigte an 20 Terminen. Sie berichteten von den extremen Arbeitsbedingungen. Demnach erhielten die Beschäftigten sehr häufig keinen ausreichenden Sonnenschutz. Es fehlte an Kopfbedeckungen, Sonnenschutzkleidung und Sonnencreme. Es wäre auch keineswegs selbstverständlich, den in der Sonne Arbeitenden Wasser zur Verfügung zu stellen, heißt es in dem Bericht. Zudem beklagten sich die Erntehelfer über den Mangel an Schattenplätzen für die Pause.

Maßnahmen zum individuellen Sonnenschutz sind zwingend

Prof. Swen Malte John, Leiter der Abteilung Dermatologie an der Universität Osnabrück, ist nicht überrascht von dem Ergebnis der Untersuchung. „Alle Studien zeigen, dass das Problembewusstsein für Hautkrebs leider bisher bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern weitgehend fehlt“, so John: „Dabei ist Hautkrebs durch Sonne am Arbeitsplatz derzeit schon die dritthäufigste gemeldete Berufskrankheit, mit steigender Tendenz. Wenn sich daran etwas ändern soll, ist der flächendeckende und konsequente Einsatz der oben aufgezählten Maßnahmen zum individuellen Sonnenschutz zwingend! Die Landwirtschaft, gerade beim Ernteeinsatz wie der Spargelernte, steht auch ganz vorn in den stark UV-exponierten Berufen, da ist dringend Handeln angesagt.“

In Deutschland arbeiten jedes Jahr rund 300.000 Erntehelfer aus dem europäischen Ausland. Dies entspricht etwa 60 Prozent der Beschäftigten in der Landwirtschaft und dem Gartenbau. „Das Fatale ist, viele kommen aus Ländern, in denen das Bewusstsein für den notwendigen Eigenschutz noch sehr gering entwickelt ist und es kaum Hautkrebs-Früherkennungsangebote gibt. Daher wird dort Hautkrebs oft erst sehr spät erkannt, was eine deutlich höhere Sterberate als in Deutschland zur Folge hat“, zeigt sich Prof. John alarmiert.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbands Deutscher Dermatologen (BVDD)

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