Impfung bei fortgeschrittenem Melanom: Neue Behandlungsmöglichkeit könnte bald in die Versorgung kommen
Was tun, wenn ein fortgeschrittenes Melanom nicht allein mit Immuntherapie gestoppt werden kann? Eine personalisierte Impfung wird derzeit in Studien erprobt. Prof. Gutzmer, Direktor der Hautklinik Minden erklärt, was der aktuelle Stand der Forschung ist und wie schnell diese neue Krebsimpfung in die Versorgung kommen könnte.
Neues zur personalisierten mRNA-Impfung beim Melanom

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, wenn ein Melanom fortschreitet und Metastasen bildet. Nur bei rund der Hälfte der dann mit Immuntherapie oder Zielgerichteter Therapie Behandelten kann die Erkrankung dann längerfristig aufgehalten werden. Deshalb wird weiter geforscht und auch das Prinzip der mRNA-Impfung, bekannt als effektiver Schutz bei der Coronapandemie, ist ein aussichtsreicher Kandidat.
Im Fernsehbeitrag des WDR vom 01.09.2026 wird gezeigt, dass auch ein Forscherteam an der Uniklinik Minden an der Hoffnung machenden Studie zu einem Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs beteiligt war. 15 Patienten wurden in der abschließenden Phase der Studie der neue Wirkstoff verabreicht. Er soll verhindern, dass der Krebs nach einer Operation der betroffenen Hautstellen zurückkommt.
Prof. Dr. Ralf Gutzmer, Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Phlebologie am Johannes Wesling Klinikum Minden erklärt im Interview, was der aktuelle Stand ist. Er spricht von der Chance auf eine vollständige Heilung von Krebs. „Wir behandeln nicht einfach nur „das Melanom„, sondern analysieren den Tumor eines einzelnen Patienten und stellen auf dieser Grundlage eine individuell zugeschnittene mRNA-Therapie her. Das Immunsystem soll dadurch lernen, genau die charakteristischen Merkmale dieses Tumors zu erkennen.“
Wichtige Studie Phase-III-Studie INTerpath-001
Die Phase-III-Studie INTerpath-001 (NCT05933577) von Moderna und MSD/Merck untersucht, ob der Impfstoff Intismeran autogene, auch V940 beziehungsweise mRNA-4157 Vorteile bringt. Der individuell für jeden Patienten anhand des Tumors hergestellte mRNA-Krebsimpfstoff wird getestet in der Kombination mit der Immuntherapie mit Pembrolizumab im Vergleich zu Pembrolizumab allein. Eingeschlossen wurden weltweit 1.137 Menschen mit vollständig operiertem Melanom im Stadium IIB bis IV. Ziel ist es, Rückfälle und Fernmetastasen nach der Operation verhindern.
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