Auf dem „Infotag Hautkrebs“ des Hauttumorzentrums der Charité (HTCC) und der Selbsthilfe Hautkrebs Berlin am 16.12.2016 drehte sich alles um das Thema Hautkrebs. Die gemeinsame Veranstaltung des HTCC und der Selbsthilfe Hautkrebs war gut besucht.

Mit rund 70 Besuchern war die Patientenveranstaltung, zu der wir am 16.12. gemeinsam mit dem HTCC und der Berliner Krebsgesellschaft eingeladen hatten, ein voller Erfolg. Die Stühle im Seminarraum und auch das anschließende kleine Buffet reichten kaum, um die vielen Wissbegierigen zu versorgen. Die Gelegenheit war günstig, um die beiden Leiter des Hauttumorzentrums der Charité, Dr. Felix Kiecker und Dr. Claas Ulrich zu den neuesten Entwicklungen der Hautkrebsbehandlung zu hören und direkt zu befragen.

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Neue Therapien beim Hellen und beim Schwarzen Hautkrebs

Beim Hellen Hautkrebs, speziell der aktinischen Keratose, gibt es rund zehn zugelassene Medikamente, mit denen sich die häufigste aller Krebserkrankungen im frühen Stadium ohne Operation behandeln lässt. Da die Menschen immer älter werden, wird in Zukunft übrigens nahezu jeder Deutsche von Hellem Hautkrebs und seinen Frühformen betroffen sein. Deshalb ist auch die Vorbeugung so wichtig.

Beim malignen Melanom, dem gefährlichsten Hautkrebs, machen derzeit vor allem die Immuntherapie und die mutationsspezifische Therapie von sich reden. Beide bringen erfreuliche Ergebnisse, beide sind jedoch auch mit teils starken Nebenwirkungen verbunden. Neu ist, dass jeweils die genetischen Eigenschaften des Tumors getestet werden, um danach auf den einzelnen Patienten zugeschnitten die geeignetste Behandlung auszuwählen.

Optimale Hautpflege für Hautkrebspatienten

Interessant war auch der Vortrag von Frau Dr. Gabriela Poch zur Hautpflege für Hautkrebspatienten. Mit dem Umgang mit der Sonne, mit Narben und auch mit den Hautreaktionen aufgrund der neuen Therapien kennt sich die Charité-Expertin bestens aus. Als Faustregel sei geraten: Nehmen Sie die Reaktionen Ihrer Haut ernst und sprechen Sie mit Ihrem Facharzt darüber. Bei der Pflege sollte man gute Basiscremes ohne Zusätze bevorzugen.

Die Begegnung als wichtiger Teil der Selbsthilfe

Der Infotag bot auch die Gelegenheit, unsere seit 1997 an der Charité ansässige, erfahrene Selbsthilfegruppe kennenzulernen. Ich nutzte meinen Vortrag folgerichtig, um kräftig Werbung für den wichtigen direkten Austausch von Patient zu Patient zu machen. Denn in unserer Gruppe tauschen wir nicht nur Erfahrungen und Tipps zum Umgang mit der Krankheit aus, sondern wir begleiten und unterstützen uns auch mit gegenseitigem Verständnis und Mutmachen.

Auch in die gute Zusammenarbeit im Hautkrebs-Netzwerk Deutschland e.V. und mit anderen Patientengruppen auf internationaler Ebene investieren wir viel Zeit. Denn wir wollen nicht nur Anlaufstelle für Rat suchende Hautkrebspatienten und ihre Angehörigen sein, sondern auch Einfluß auf die Qualität der Versorgung und die Gesundheitspolitik nehmen.

Wir wünschen uns im nächsten Jahr wieder mindestens einen solchen „Infotag Hautkrebs“. In der Zwischenzeit sind das Hauttumorzentrum der Charité und die Selbsthilfe Hautkrebs Berlin für Ihre Fragen da. Schauen Sie auch hier nach den nächsten Vorträgen und Terminen, um nichts Interessantes zu verpassen, oder abonnieren Sie unseren Newsletter.

Anne Wispler